Bayerisches Staatballett © Serghei Gherciu

Online Diskussion "Was bedeutet Vielfalt im Tanz?"

Chancen und Herausforderungen einer tanzkulturellen Vielfalt

 

Vielfalt im Tanz ist verbunden mit der Vielfalt der Tänzer*innen, Vielfalt in Alter, Herkunft, Kultur, sozialer Lage, Physis, auch Vielfalt der Religionen. Sie lebt auch von der Vielfalt der Stile und Ästhetiken.

Beim Thema „Diversität“ wird oft auf die vielfältige kulturelle Herkunft der Tänzer*innen verwiesen, die in den Ensembles an Stadt- und Staatstheatern und in der freien Szene tanzen. Was aber fehlt, ist die Präsenz diversifizierter Tanzkünste von anderen Regionen der Welt mit ihren Stilen und Ästhetiken – wie etwa aus Asien, Afrika, den Pazifikinseln oder Südamerika.

Diese bereits in Deutschland von Tanzschaffenden praktizierte Tanzkünste werden oft auf Folklore oder exotische Ereignisse reduziert, oder nur als Teil einer Community-Kultur wahrgenommen. In Tanzhäusern und Theater sind vor allem zeitgenössischer Tanz, Tanztheater und Ballett präsent. Als Ort für internationale Tanzkünste wird vielfach nur die Community-Arbeit gesehen.

Dabei könnten die Techniken, die Ausdrucksformen, das Körperwissen, die Themen dieser internationalen Tanzformen die Bühnen, die Theater, die Ausbildungseinrichtungen und vor allem das Publikum um vielen Perspektiven bereichern. Unser Land ist bereits von kultureller, aber auch tanzkultureller Vielfalt der hier lebenden Menschen geprägt – gemeinsam wollen wir sie sichtbar machen!

Bei Online-Panel teilen Tanzschaffende unterschiedlicher Herkunft ihre Erfahrungen. Sie geben Anregungen für Öffnungen und Dialoge – auch deren Mehrwert für die Kulturinstitutionen.
 

Mit Dr. Leonard Cruz, Raphael Moussa Hillebrand, Dr. Rajyashree Ramesh, Anna Castillo u.a.

Moderation: Rea Kurmann (Schauspielerin, Regisseurin)

 

Datum: 21.5. - 11.00 bis 12.30 Uhr
11.00 – 12.30 Uhr | Online via Zoom

Hier geht's zum Anmeldungsformular

Den Zoom-Zugangslink bekommen Sie nach erfolgter Anmeldung per E-Mail zugeschickt.

 


Tanz gemeinsam sichtbar machen

Tanz bedeutet Vielfalt: Millionen Menschen tanzen, sehen Tanz und erleben den Schwung, die Energie und die emotionale Kraft des Tanzes. Tanz schafft Verbindungen ohne Sprachbarriere. Tanz stiftet Begegnungen und Gemeinschaft über soziale und kulturelle Grenzen hinweg.  

Tanz lebt von der Vielfalt der Stile und Ästhetiken. Tanz ist verbunden mit der Vielfalt der Tänzer*innen, Vielfalt in Alter, Herkunft, Kultur, sozialer Lage, Physis, auch Vielfalt der Religionen. Die Tanzszene zeigt, dass Vielfalt im Tanz auch Zusammenhalt schafft, dass wir stolz sein können, wenn uns Zusammenhalt in Vielfalt gelingt.  

Anlässlich des Welttanztags (29.04.) und des Tags der kulturellen Vielfalt (21.5.) machen wir die Vielfalt im Tanz online sichtbar!
Mehr Informationen zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt 2026

 

Hinter jedem Foto steht ein Projekt, ein Kollektiv, ein Mensch, ein Statement für die Vielfalt!

Die Galerie ist noch im Aufbau: Wir ergänzen die Einsendungen nach und nach und freuen uns, wenn du immer mal wieder vorbeischaust.

Vielen Dank für die fantastischen Einsendungen! Unsere Online-Galerie wächst stetig, doch aufgrund der Vielzahl an tollen Beiträgen dauert die Aufarbeitung etwas länger als geplant. Wir bringen eure Werke jetzt nach und nach online – schaut also einfach immer mal wieder rein, was sich getan hat.


Botschaft zum Welttanztag 2026 von Crystal PITE

Der Welttanztag am 29. April setzt ein Zeichen für die Vielseitigkeit des Tanzes und für dessen universelle Sprache.  

Die diesjährige Botschafterin zum Welttanztag ist die kanadische Choreografin Crystal PITE: 

"Menschen bewegen sich – unsere Arme strecken sich aus, unsere Knie knicken, unsere Köpfe nicken, unsere Brustkörbe sinken ein, unsere Rücken krümmen sich, wir springen, wir zucken mit den Schultern, wir ballen die Fäuste, wir heben uns hoch und stoßen einander weg. In der Sprache wie in der körperlichen Aktion. Das ist die Sprache, mit der unser Körper Bedürfnisse, Niederlagen, Mut, Verzweiflung, Sehnsüchte, Freude, Ambivalenz, Frust und Liebe ausdrückt. Die entsprechenden Bilder schießen uns sofort in den Kopf, weil wir diese reinen Zustände schon im eigenen Körper gespürt haben – wir sind bewegt.

Alle Menschen sind Tänzer*innen, ein jeder von uns. Das Leben bewegt uns; das Leben lässt uns tanzen. Flüchtig wie Atem, fest wie Knochen – Tanz besteht aus uns. Wir formen den Raum. Wir schreiben mit unseren Körpern in einer wortlosen Sprache, die tief im Inneren verstanden wird. Wenn wir tanzen, erfüllen wir den Raum in uns und um uns herum mit Anmut.

Wie das Leben erschafft der Tanz sich selbst und löst sich mit jedem neuen Augenblick wieder auf. Wie die Liebe ist er jenseits aller Vernunft.

Ich stelle mir den Körper gerne als einen Ort vor; einen Ort, an dem das Sein festgehalten und geformt wird. Wenn wir tanzen, sind wir zutiefst damit beschäftigt, an diesem Ort im Sein zu sein.

Diese Worte schreibe ich Anfang 2026, zu einer Zeit, in der Unterdrückung, Umbrüche und Leid in unserer Welt kein Ende zu nehmen scheinen. Täglich werden wir Zeugen des Grauens, zu dem Menschen gegeneinander fähig sind. In Anbetracht der Machtapparate, die unaussprechliche Gewalt gegen Menschen und den Planeten finanzieren und schüren, erscheint Tanz wie eine banale, nutzlose Reaktion. Es ist schwer vorstellbar, was eine Tanzkünstler*in in einer Welt bewirken kann, die so dringend radikale Veränderung und Heilung braucht.

Und doch – Kunst ist, wie die Hoffnung, eine Form der Liebe. Trotz der schändlichen Weltlage bleibt Kunst widerspenstig und schöpferisch. Ein Reinigungsmittel für den erstarrenden Geist und ein Balsam, der ihn heilt. Kunst ist ein Gefäß, das uns auffängt, während wir gemeinsam mit Fragen ringen – und zwar auf eine Weise, die sich von Nachrichten, Dokumentarfilmen, Bildung, Meinungen, sozialen Medien, Aktivismus und Protest unterscheidet, aber doch mit alldem kompatibel ist.

Durch Kreativität sammeln wir Widerstandskraft und Hoffnung mithilfe kleiner Gesten des Mutes, der Neugier, der Freundlichkeit und der Zusammenarbeit. Im Tanz und im Tanzschaffen finden wir den Beweis, dass die Menschheit mehr ist als unser jüngstes herzzerreißendes globales Versagen.

Doch Tanz braucht eigentlich keine Rechtfertigung, keine Erklärung. Er besteht aus uns und schuldet uns doch nichts. Er muss nur einen Körper sein Eigen machen. Von diesem Ort aus kann er dann das Unbeschreibliche darstellen und als Vermittler zwischen uns und dem Unbekannten fungieren.

Von diesen flüchtigen Spuren der Schönheit sind wir im gegenwärtigen Moment bewegt. Während wir sowohl den Tanz als auch sein Verschwinden verkörpern, werden wir an unsere eigene Vergänglichkeit erinnert. Und wenn wir ganz aufmerksam sind, gewährt uns der Tanz jedenfalls gelegentlich einen Einblick in unsere Seele."

Deutsch (aus dem Englischen übersetzt)


Lesen Sie hier die Biografie von Crystal PITE

Weitere Infomrationen zum Welttanztag finden auf der Webseite www.international-dance-day.org



Projekte

Durch Initiativen und Projekte bringt der Dachverband Tanz Deutschland die bundesweiten Themen des Tanzes und seiner Wirkung in vielen Gesellschaftsbereichen voran. Hier stellen wir unsere laufenden Projekte und Förderprogramme vor.


Kongress Ethik im Bühnentanz

30. Mai 2026

Wir, die Ethik-Kommission des DTD in Zusammenarbeit mit der GDBA und den Companien der Theater Dortmund, Düsseldorf und Essen, laden herzlich ein zu dem „Ethik im Bühnentanz - erster konstituierender Kongress“, einem Raum für Austausch, Mitgestaltung und gemeinsame Verantwortung für die Zukunft unseres Berufs.

Die Veranstaltung findet am 30. Mai 2026 im Ballettzentrum Westfalen in Dortmund statt. Die Anmeldefrist für den Kongress endet am 30. April 2026.

Damit der Kongress wirklich die Perspektiven aller Tanzschaffenden abbildet, möchten wir, dass aus jedem Haus mindestens zwei Tänzer*innen- Vertretungen sowie idealerweise Ballettmeister*innen und Ensembleleitungen teilnehmen. Die Tänzer*innen-Vertretung sollen vom Ensemble selbst benannt werden, damit sie die Interessen ihrer Kolleg*innen authentisch vertreten.

Weitere Informationen 


Arbeitsfelder

Der Dachverband Tanz Deutschland (DTD) agiert langfristig als Netzwerkpartner für Tanzschaffende, Kulturschaffende, zivilgesellschaftliche Akteur:innen und die Politik. Die Arbeitsfelder umfassen alle Fragen, die mit der Entwicklung der Tanzkunst und deren Sichtbarkeit in Verbindung stehen – von der Tanzausbildung, über die Produktion und Präsentation von Tanz, die Tanzforschung und Tanzwissenschaft bis hin zur Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit und Präsenz von Tanz in den Medien. Außerdem strebt der DTD eine umfassende Teilhabe aller Bürger:innen an der Vielfalt der Tanzkunst an.

 


Creative Cross Collaborations Berlin

Neues Projekt in Berlin für Darstellenden Künste, Bildende Kunst und Film / Medien

Kunst, Kultur und die Kreativszene gehören zu den zentralen Ressourcen Berlins. Creative Cross Collaborations Berlin (CCCberlin) wendet sich an drei wesentliche Teilbereiche dieser Kultur- und Kreativszene: Das Projekt soll die Potenziale (teil-)spartenübergreifender Begegnung und interdisziplinärer Zusammenarbeit von Künstler*innen, Kreativen und Produzent*innen aus den Bereichen Darstellende Künste, Bildende Kunst und Film- / Videokunst mit Betriebssitz in Berlin stärken. Durch Veranstaltungs- und Beratungsangebote werden spartenübergreifende Kollaborationen gefördert und langfristige Strategien zur Publikumsgewinnung und Markterschließung entwickelt.

Nächste Veranstaltung:
„How to … navigate through (international) festivals & fairs?!“ | 22. April 2026 
"How to ... pitch?!" | 23. April 2026

Hier geht's zur Webseite


Wir sind auch DIE VIELEN!

Wir als Dachverband Tanz Deutschland unterstützen die Kampagne SHIELD & SHINE - denn wir sind auch DIE VIELEN, die gegen Rassismus, Ausgrenzung und Rechtsextremismus aufstehen. Wir rufen alle unsere Mitglieder, Kolleg*innen und unsere Freund*innen in Kultur und Politik auf, sich der Kampagne anzuschließen und lokal Proteste, Diskussionen und Sichtbarkeit zu organisieren.


Dachverband Tanz Deutschland

Lernen Sie uns besser kennen!

Der Dachverband Tanz Deutschland agiert langfristig als Netzwerkpartner für Tanzschaffende, Kulturschaffende, zivilgesellschaftliche Akteur:innen und die Politik auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. In diesem Kontext leistet der Dachverband Tanz Deutschland Vernetzungs-, Beratungs- und Vermittlungsarbeit für professionelle Tanzschaffende, Verbände und Kunst- und Bildungseinrichtungen. Auf den einzelnen Projektseiten finden Sie jeweils detaillierte Informationen zu den Projekten und einzelnen Veranstaltungen und Workshops.