Kulturerbe Tanz (2023-2025)

Tanzarchive und Tanzsammlungen haben die Aufgabe, das immaterielle Erbe der flüchtigen Tanzkunst auf vielseitige und lebendige Weise zu bewahren und zugänglich zu machen. In Deutschland gibt es eine reiche Tanzgeschichte und aktuell eine vielfältige Tanzszene, deren kreative Leistungen, trotz moderner Aufnahmetechniken oft sehr vergänglich sind. Der Verbund deutscher Tanzarchive (VDT) arbeitet eng zusammen, um die Erschließung und Sichtbarkeit von Tanzwissen zu verbessern.

Die Tanzarchive sammeln und bewahren eine Vielzahl von historischen und zeitgenössischen Materialien, die die Entwicklung des Tanzes dokumentieren – von Fotos, Videos und Programmen bis hin zu Noten, Briefen, Kostümen und Interviews. Die Archivmaterialien müssen sorgfältig konserviert werden, um die Lebensdauer der Sammlung zu verlängern. Räumliche und klimatische Bedingungen, knappe personelle Ressourcen sowie der technische Fortschritt und die Digitalisierung stellen die Archive immer wieder vor neue Herausforderungen. Die Sammlungen werden für Forschung, Bildung und die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies erfordert sowohl eine sorgfältige Erschließung der Bestände als auch die Entwicklung geeigneter Such- und Präsentationsmethoden. Darüber hinaus fungieren die Tanzarchive als Forschungszentren, die eine wertvolle Quelle für wissenschaftliche Arbeiten, Ausstellungen und Veröffentlichungen sind. Sie fördern die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Tanzgeschichte und -theorie.

Aufbauend auf der langjährigen Zusammenarbeit im VDT gibt das Projekt „Kulturelles Erbe Tanz“ den Tanzarchiven die Möglichkeit, sich auf einen ganz besonderen Teil ihrer Archivarbeit zu konzentrieren, ihre Arbeitsweisen zu teilen und ihre Spezialgebiete sichtbar zu machen. Im Rahmen dieses Projektes wird Folgendes realisiert: Das Deutsche Tanzarchiv Köln digitalisiert und stellt ausgewählte Tanzbücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert online. Das Archiv der Darstellenden Künste der Akademie der Künste, Berlin, widmet sich dem Tatjana-Gsovsky-Gert-Reinholm-Archiv, während das Tanzarchiv Leipzig sich auf die Tanzgeschichte der DDR konzentriert, insbesondere auf die Arbeiten von Patricio Bunster und Gret Palucca. Die Mediathek für Tanz und Theater testet in Kooperation mit Motionbank neue Werkzeuge zur Videoannotation im Archivalltag, um Tanzdokumentationen noch besser zu erschließen. Darüber hinaus erstellt das Tanzfilminstitut Bremen kurze, dokumentarische Filme, die die Digitalisierungsvorhaben der Tanzarchive im Projektkontext vorstellen und so einen Einblick in die Erhaltungsarbeit bieten.

Hier werden stetig Ergebnisse des Projektes ergänzt und Archivmaterial digital zugänglich gemacht: tanz-digital.de