Das Tanzarchiv Leipzig soll geschlossen werden.
07.04.2011
Tanz gehört nicht in die Tonne!
Das Tanzarchiv Leipzig soll geschlossen werden. Der Freistaat Sachsen
und die Universität Leipzig planen, die Bestände in das
Universitätsarchiv einzugliedern. Der bisherige Standort wird
zum Sommer aufgelöst. Ein eigener Ort, Projekte mit Künstlern,
die Betreuung durch Tanzfachleute - all dies soll abgewickelt werden.
In diesem Prozess sind auch Überlegungen geäußert
worden, Teile der Bestände einfach zu entsorgen.
Das Tanzarchiv Leipzig ist kein toter Ort, an dem noch ein paar
vergilbte Briefe von Tänzern lagern - hier werden die Ideen
von Künstlern bewahrt und mit einer jungen Generation von Künstlern
in neuen Visionen, neuen Projekte umgesetzt - zum Beispiel im internationalen
Festival "Play!Leipzig". Hier wird aus dem kulturellen
Erbe ein wirklicher Nährboden für Kunst, die uns heute
und hier betrifft. Deshalb darf das Archiv nicht im Universitätsarchiv
verschwinden, sondern muss als Kulturort sichtbar bleiben.
Wer die Archive schließt, nimmt dem Tanz den Boden, um voran
zu schreiten. Tanz verliert seine Geschichte, seine Erfahrungen
- letztlich seine Visionen.
Universität Leipzig und Freistaat Sachsen haben inzwischen
erkannt, dass die Bewahrung von Beständen um den Preis der
Sichtbarkeit und Nutzbarkeit des Tanzarchivs nicht die Lösung
sein kann. Hier müssen jetzt Taten folgen, sonst werden mit
der Kündigung des bisherigen Standorts Fakten geschaffen.
Bitte helfen Sie dem Tanzarchiv, indem Sie den Erhalt des Tanzarchivs
als eigenständige Kulturinstitution und die Forderung "Tanz
gehört nicht in die Tonne!" unterstützen.
Schreiben Sie an:
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlemer
Postfach 100920
01079 Dresden
Bitte schreiben Sie der Staatsministerin, die über den Schutz
von Kulturgütern promoviert hat, und von Ihrer Arbeit sagt:
"Mein Motto ist, bei Problemen nicht aufzugeben, sondern sie
energisch und beharrlich zu verfolgen - und dies in einem Klima
des offenen Austausches mit allen Beteiligten."
Lassen Sie uns gemeinsam und kreativ für den Erhalt des Tanzarchivs
Leipzig streiten!
Politiker-Reaktionen zum Aufruf "Tanz
gehört nicht in die Tonne!":
Information
PINA TANZT, TANZT SONST SIND WIR VERLOREN
Ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders
25.01.2011
Wim Wenders und Pina Bausch hat in über 20 Jahren ihrer persönlichen
Freundschaft die Idee eines gemeinsamen Tanzfilms nie losgelassen.
Aber erst mit den neuesten Möglichkeiten digitaler 3D Technologie
fand Wim Wenders die ästhetischen Ausdrucksmittel.
PINA ist ein abendfüllender Tanzfilm in 3D mit dem Ensemble
des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und der mitreißenden,
einzigartigen Kunst seiner großen, im Sommer 2009 verstorbenen
Choreographin.
Er ist eine sinnliche, bildgewaltige Entdeckungsreise in eine neue
Dimension: mitten hinein auf die Bühne des legendären
Ensembles und mit den Tänzern, hinaus aus dem Theater in die
Stadt und das Umland von Wuppertal - den Ort, der 35 Jahre für
Pina Bausch Heimat und Zentrum ihres kreativen Schaffens war.
"Die zweidimensionale Kinoleinwand", so Wim Wenders,
"war bislang nicht in der Lage, weder emotional noch ästhetisch,
Pina Bauschs Arbeit gerecht zu werden. Als ich vor 25 Jahren zum
ersten Mal ihr Tanztheater sah, war ich zutiefst bewegt und verzaubert.
Sie hat mich menschliche Bewegung, Gesten und Gefühle vollkommen
neu verstehen und wahrnehmen lassen. Und diese Magie möchte
ich auf die Leinwand transponieren. 3D wird uns die Möglichkeit
geben, den Zuschauer direkt mit auf die Bühne zu nehmen, mitten
hinein ins Zentrum des Geschehens."
Nach dem plötzlichen Tod von Pina Bausch im Sommer 2009 - mitten
in den gemeinsamen Vorbereitungen zu den Dreharbeiten - musste Wim
Wenders seinen Film über und mit Pina Bausch nach einer Phase
der Trauer und Reflektion noch einmal neu konzipieren.
Es wurde daraus ein Film für Pina Bausch - mit den noch gemeinsam
mit ihr ausgesuchten Choreographien "Café Müller",
"Le Sacre du printemps", "Vollmond" und "Kontakthof",
mit Bildern und Tondokumenten aus ihrem Leben und mit den getanzten
persönlichen Erinnerungen der einzelnen Ensemblemitglieder
des Tanztheaters Wuppertal an den genauen, kritischen und liebevollen
Blick ihrer großen Mentorin.
Der Tanzfilm PINA von Wim Wenders läuft bei den 61. Internationalen
Filmfestspielen Berlin 2011 (10. - 20. Februar 2011)Außer
Konkurrenz. Ab 24. Februar startet der Film deutschlandweit.
Bei PINA begegnen sich ein absoluter Höhepunkt der Tanzkunst
mit neuester Kinotechnologie - ein Muss für alle Tanzfreunde
und eine verlockende Einladung, für alle Kinofans. Dieser Film
wird tausenden Zuschauern eine völlig neue Sicht auf den zeitgenössischen
Tanz schenken. Der Dachverband Tanz Deutschland ist stolzer Kommunikationspartner
für dieses Meisterwerk von Wim Wenders. Mehr über PINA
gibt es auf der offiziellen Filmwebseite www.pina-film.de,
auf der Facebook-Fanpage
von PINA und auf www.dachverband-tanz.de
Pressemitteilung
Wegsteine für die Zukunft des Tanzes
06.12.2010
Drei Kernthemen wird der Dachverband Tanz Deutschland - Ständige
Konferenz Tanz in der näheren Zukunft intensiv mit Projekten
und Kampagnen begleiten:
- Die Sicherung der Tanzarchive als lebendiges Gedächtnis
des Tanzes.
- Die Fortführung der bundesweiten Koproduktionsförderung
für den zeitgenössischen Tanz
- Die soziale Lage der Tänzerinnen und Tänzer -
insbesondere in der Phase der Transition
Hierzu, und zu weiteren Entwicklungen in Tanzpädagogik und
im grundsätzlichen Dialog mit der Politik hat der Dachverband
am Sonntag, 28.11. in Essen beraten.
Als neue Arbeitsgruppe im Dachverband sind nunmehr die Tanzarchive
in Köln und Leipzig, das Mime Centrum Berlin und die Akademie
der Künste sowie das Tanzfilminstitut Bremen vollständig
vertreten. Als Verbund Deutscher Tanzarchive repräsentieren
sie alle wichtigen, öffentlich zugänglichen Archive der
Tanzsparte. Der Beitritt zielt auf eine verstärkte Bewusstmachung
der Arbeit der Bewahrer des Kulturerbes Tanz und auf die Realisierung
einer gemeinsamen multimedialen Online-Plattform als "Tanzatlas
Deutschland".
Zum Erhalt der bundesweiten und internationalen Koproduktionsförderung
im zeitgenössischen Tanz - welche über sechs Jahre von
Tanzplan Deutschland, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes
- ermöglicht wurde, hat der Dachverband eine Petition an
den Deutschen Bundestag gerichtet. Diese Petition findet eine
täglich wachsende Zahl von Mitzeichnern - aus dem Tanz- und
Theaterbereich sowie aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Der
Dachverband fordert alle Akteure im Tanzbereich auf, sich für
den Erhalt dieser Spitzenförderung im Tanz einzusetzen und
die Petition bis spätestens zum 30.12. mitzuzeichnen.
Die soziale Lage der Tänzerinnen und Tänzer war Gegenstand
einer Anhörung zum Thema Tanz im Deutschen Bundestag. Dabei
wurde insbesondere die Stiftung Tanz - Transition Zentrum Deutschland
gewürdigt, welche sich der Beratung am Ende der Tanzkarriere
und der Begleitung eines Karrierewandels widmet. Als Bürgerstiftung
gegründet setzt sie eine besondere Empfehlung der Enquete-Kommission
"Kultur in Deutschland", also einen offiziellen Beschluss
des Bundestages um. ("Die Enquete-Kommission empfiehlt Bund
und Ländern, Tänzer während und nach der Tanzkarriere
durch die Einrichtung einer entsprechenden Stiftung "Transition"
auf der Grundlage der Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Transition
und soziale Aspekte" zu unterstützen." Bericht, S.
321) Gemeinsam mit den Verbänden und Institutionen des
Tanzes und des Theaters wird sich der Dachverband für eine
Unterstützung der Stiftung durch die Länder und den Bund,
sowie durch Initiativen zum Foundraising engagieren.
Dies sind wichtige Wegsteine in die nähere Zukunft des Tanzes
in Deutschland. Aber mittel- und langfristig wird es eine strukturierte
Förderung und eine weitere intensivere Vernetzung der Akteure
im Tanzbereich brauchen - um das Potential des Tanzes - als
eigenständige Kunstform, in der einzigartigen körperlich-kreativen
Aneignung von Kultur und als Modell des interkulturellen Miteinanders
- für die Gesellschaft zu stärken.
Information
Der Dachverband Tanz Deutschland fordert den Erhalt der NPN-Koproduktionsförderung
24.11.2010
Hier
die Petition mitzeichnen!
Der Dachverband Tanz hat online eine Petition an den Deutschen
Bundestag gerichtet. Mit der Gastspielförderung des NATIONALEN
PERFORMANCE NETZES (NPN) hat Deutschland seit 1999 ein europaweit
einzigartiges Instrument der bundesweiten Förderung des Austausches
zeitgenössischer Tanz- und Theaterproduktionen, das vom Beauftragten
der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und mittlerweile
13 Bundesländern finanziert wird. Im Rahmen des Tanzplan Deutschland,
einer auf fünf Jahre angelegten Initiative der Kulturstiftung
des Bundes (KSB), kam 2005 die Koproduktionsförderung des NPN
hinzu. Diese unterstützte von 2005 bis 2009 mit insgesamt 900.000
Euro innerdeutsche sowie internationale Koproduktionen im Bereich
des zeitgenössischen Tanzes. Nach Ablauf des fünfjährigen
Förderzeitraums verlängerte die Kulturstiftung des Bundes
diesen noch um ein Jahr, sodass die Koproduktionsförderung
des NPN im Jahr 2010 mit einem Projektetat in Höhe von 200.000
Euro die Realisierung Tanzproduktionen ermöglichen konnte.
Nach ausführlichen Gesprächen zwischen der KSB und dem
BKM, steht zu befürchten, dass die KSB die Finanzierung des
Förderprojektes nach 2010 nicht fortführen wird. Daher
fordern wir den Deutschen Bundestag dringlich auf die dafür
nötigen Mittel im Haushalt des BKM einzustellen.
Über die Petition wird derzeit im Petitionsausschuss entschieden.
Die Frist zur Mitzeichnung läuft bis zum 30.12.2010.
Pressemitteilung
Der Dachverband Tanz Deutschland - Ständige Konferenz Tanz
begrüßt die Fördermaßnahmen der Kulturstiftung
des Bundes für den Tanz in Deutschland
16.07.2010
Tanz in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten mit hoher
Dynamik entwickelt, prägt die internationale Wahrnehmung der
Kulturnation Deutschland mit und vernetzt internationale künstlerische
Arbeit mit vielfältigen Projekten der kulturellen Bildung vor
Ort. Reflexion und Innovation prägen den zeitgenössischen
Tanz in seinen unterschiedlichen Ästhetiken und Produktionsformen.
Es ist daher zu begrüßen, dass die Kulturstiftung des
Bundes (KSB) mit drei Fördermaßnahmen nach der Initiative
"Tanzplan Deutschland" (2005-2010) wiederum die Aufmerksamkeit
auf den Tanz in Deutschland lenkt. Diese Initiativen stärken
die kulturpolitische Arbeit für den Tanz auf bundesweiter Ebene
und verdeutlichen zugleich, dass eine nachhaltige Förderung
des Tanzes durch Kommunen und Länder, aber eben auch durch
den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM) dringend geboten ist.
Neben der institutionalisierten Förderung des Tanzkongress
Deutschland stehen in den Fonds "Tanzpartner" und "Tanzerbe"
in den nächsten Jahren über 5 Mill. Euro bereit. Nachdem
im Tanzplan Deutschland 12,5 Mill. Euro investiert wurden, ist dies
ein deutlich niedrigerer Ansatz. Es ist aber zu erwarten, dass die
Mittel der KSB wiederum zusätzliches finanzielles Engagement
von Ländern, Kommunen und weiteren Förderern generieren.
Im Profil beider Fonds ist auch die Förderung von Inszenierungen
und Aufführungen vorgesehen. Damit reagiert die KSB auf nachhaltige
Forderungen aus der Tanzszene, den Fokus von der Kunstvermittlung
stärker auf die künstlerische Produktion im Tanz zu richten.
Mit dem alle drei Jahre ausgerichteten Tanzkongress Deutschland
ist nunmehr auch der Tanz zwischen den kulturellen Leuchttürmen
platziert. In der äußerst diversen Tanzlandschaft ist
damit ein Projekt gewählt, das hohe Wahrnehmung in der gesamten
Szene findet. Es kommt darauf an, diese Plattform auch für
alle Akteure im Tanz zu nutzen, für den künstlerischen
wie für den intellektuellen Austausch.
Nachdem Tanzplan Deutschland vor allem als Stärkung des zeitgenössischen
Tanzes in freien Produktionsformen wirkte, zeigen sich die drei
neuen Maßnahmen offen gegenüber den unterschiedlichen
Ästhetiken und Produktionsformen im Tanz. Die konkrete Ausgestaltung
wird jedoch von den Vorschlägen der Künstler, Ensembles
und Produktionshäuser abhängen. Daher sieht der Dachverband
Tanz Deutschland eine wesentliche Aufgabe in der Kommunikation zwischen
der KSB und den Akteuren im Tanz. Hierzu wird ein erstes Gespräch
Anfang September mit der Künstlerischen Direktorin der KSB,
Hortensia Völckers dienen.
Mit den drei Fördermaßnahmen greift die Kulturstiftung
nur einen Teil der in der Tanzszene diskutierten Vorschläge
zur Stärkung des künstlerischen Tanzes auf - seiner Produktion
und Präsentation sowie seiner Vermittlung in der kulturellen
Bildung und der Bewahrung im Kulturellen Erbe.
Wichtige Projekte im künstlerischen Tanz bleiben unbeachtet
der aktuellen Initiativen der KSB auf der kulturpolitischen Tagesordnung.
" Im Ergebnis des Tanzplan Deutschland fordert der Dachverband
Tanz Deutschland vor allem Evaluierung und Verstetigung der in den
neun Tanzplan-Städten entstandenen Projekte.
" Die feste Finanzierung der Koproduktionsförderung des
Nationalen Performance Netzes und die Förderung der Tanzplattform
Deutschland müssen im Haushalt des BKM fest etabliert werden.
" Die Gründung eines Nationales Tanzbüro/ Informationszentrum
für den Tanz in Deutschland bekommt vor dem Hintergrund immer
größerer internationaler Vernetzung und dringender werdender
sozialer, rechtlicher und wirtschaftlicher Beratung der Kreativen
im Tanzbereich hohe Priorität.
Der Dachverband ist hierzu im intensiven Gespräch mit den
Akteuren im Tanz und in der Kulturpolitik.
Der Dachverband Tanz Deutschland - Ständige Konferenz Tanz
vertritt die herausragenden Verbände, Institutionen und Persönlichkeiten
des künstlerischen Tanzes in Deutschland. Gegründet 2006
aus dem Bewusstsein der Akteure, dass der Tanz in der politischen
Landschaft der Bundesrepublik mit einer Stimme sprechen muss, arbeitet
der Dachverband übergreifend über ästhetische Differenzen,
unterschiedliche Produktionsweisen und spezifische Berufsfelder
im Tanz.
"Nationales Tanzbüro. Informationszentrum für den
Tanz in Deutschland" (Arbeitstitel)
Diskussionstand Juni 2010
14.06.2010
Seit Jahren sucht die Tanzszene nach einer bundesweiten und übergreifenden
Vernetzung, um den Tanz in seiner Sichtbarkeit zu stärken.
Die Formierung des Dachverbandes Tanz Deutschland/Ständige
Konferenz Tanz und des Bundesverbandes Tanz in Schulen sind Zeichen
dafür. Mit Tanzplan Deutschland wurde gleichzeitig deutlich,
welche politische Wertschätzung durch kompetente, länderübergreifende
Initiativen für den Tanz zu erreichen ist.
Im Rahmen des Tanzkongresses Hamburg 2009 luden Tanzplan Deutschland,
Dachverband Tanz Deutschland und die Gastgeber rund 40 Experten
aus Netzwerken und Institutionen der Darstellenden Künste sowie
aus der Kulturpolitik ein, um die Notwendigkeit, Aufgaben und Wirkungsweise
einer bundesweit agierenden Struktur für den Tanz zu diskutieren.
Deutlich wurde, dass dieses "Nationale Tanzbüro"
die Protagonisten des Tanzes, ihre Projekte sowie die Arbeit der
Produktions-, Spiel- und Ausbildungsorte in den Städten und
Ländern unterstützen und in engem Austausch mit den regionalen
Tanzbüros und den Tanzverbänden agieren soll. Angestrebt
ist ein gemeinschaftliches Handeln zur Stärkung des Tanzes,
das keinesfalls die bereits vorhandene Förderung der künstlerischen
Produktion und der kulturellen Breitenarbeit auf regionaler Ebene
ersetzen kann und soll.
Auf den Ergebnissen der Expertenrunden aufbauend haben Dachverband
Tanz Deutschland und Tanzplan Deutschland einen ersten Entwurf erarbeitet,
dessen Realisierungschancen sie derzeit mit den entsprechenden Referaten
der Kultus- und Kunstministerien der Bundesländer und des BKM
diskutieren. Der Entwurf sieht im Kern eine flexible, professionell
besetzte Arbeitsstruktur vor, die folgende Aufgaben hat:
" Service, Beratung und Information für Tanzschaffende
" Kommunikation und bundesweite Vernetzung mit regionalen Partnern
" Sichtbarmachen von Kompetenzen im Tanz (regional, national
und international)
" Entwicklung neuer Initiativen für den Tanz
Angestrebt wird eine gemeinschaftliche Finanzierung der Bundesländer
und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM), mit einer Anschubfinanzierung des BKM.
Ein aktueller Text und ein Schaubild finden sich in der Rubrik
"Dokumente", auch unter www.tanzplan-deutschland.de
und www.tanzkongress.de
Weitere Informationen und Kontakt über die Geschäftsstelle
Dachverband Tanz Deutschland, Michael Freundt, Tel. 030 / 791 16
92, m.freundt@dachverband-tanz.de
Welttanztag am 29. April 2010
Tanz-Aktionen mit Kindern und Jugendlichen stehen im Zentrum der
öffentlichen Aufmerksamkeit
28.04.2010
"Tanz öffnet Welten, Tanz überwindet Grenzen"
- das ist das Motto für zahlreiche Aktionen im öffentlichen
Raum.
Am 29. April wird in vielen Städten Tanz von und mit Kindern
und Jugendlichen zeigen, dass nicht allein die üblichen Theaterbühnen
Orte des Tanzes sind. Getanzt wird auf Bahnhöfen, in Einkaufzentren,
in Parks und auf Plätzen. Ob in der Schule oder in der Freizeit
- viele hundert Projekte widmen sich dem Tanz für und mit Kindern
und Jugendlichen. Möglichst viele dieser Initiativen wollen
wir an diesem Tag sichtbar machen. Zwanzig Jahre nach dem Fall der
Mauer werden auch jene Orte bewegt, die für das Trennende stehen
- nicht nur zwischen Ost und West, sondern zwischen sozialen Schichten,
zwischen Religionen und Kulturen.
Initiiert von daCi Deutschland e.V. werden in Kooperation mit dem
Internationalen Theaterinstitut - Zentrum Bundesrepublik Deutschland
und den Partnern Dachverband Tanz Deutschland -Ständige Konferenz
Tanz, dem Bundesverband Tanz in Schulen sowie Movimentos Akademie
zahlreiche Aktionen mit Kindern und Jugendlichen im ganzen Bundesgebiet
vernetzt.
Schirmherrin ist Ulla Schmidt, MdB, Bundesministerin für Gesundheit
a.D., Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen
Bundestages.
Am 29. April werden von 16.00 bis 18.00 Uhr an 15 verschiedenen
Orten in Berlin junge Tänzerinnen und Tänzer ihre Tanzprojekte
im öffentlichen Raum zeigen: Unter anderem werden sie sich
unter die Reisenden am Ostbahnhof mischen, die Besucher des Schloss-Strassen-Centers
in Steglitz überraschen und auf dem Kreuzberg tanzen.
Der Tag des Tanzes wurde 1982 vom Internationalen Komitee des Tanzes
des Internationalen Theaterinstitutes ins Leben gerufen. Jedes Jahr
wird der 29. April gefeiert. Anlass ist der Geburtstag von Jean-Georges
Noverre, einem großen Reformer des Balletts. Die Botschaft
einer bekannten Persönlichkeit des Tanzes wird jährlich
weltweit verbreitet. Die Absicht dieser Botschaft am Tag des Tanzes
ist es, alle Formen des Tanzes an diesem Tag zu vereinen, den Tanz
zu feiern, seine Globalität hervorzuheben und alle Grenzen
von Politik, Kulturen und ethnischen Zugehörigkeiten zu überwinden.
Die Menschen sollen durch eine gemeinsame Sprache - die des Tanzes
- in Frieden und Freundschaft zusammengeführt werden. In Sachen
Tag des Tanzes arbeitet das Internationale Komitee des Tanzes seit
1995 mit der Alliance Mondiale de la Danse/World Dance Alliance
zusammen.
SK Tanz wird "Dachverband Tanz Deutschland"
Außerordentliche Mitgliederversammlung am 31. August 2009
in Bremen
14.05.2009
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 31. August
2009 in Bremen hat die Weichen für einen zukunftsfähigen,
gut aufgestellten, politisch aktiven Verband gestellt. Unter dem
Namen "Dachverband Tanz Deutschland - Ständige Konferenz
Tanz" werden die 14 Mitgliedersverbände und Institutionen
und Persönlichkeiten die Interessen des künstlerischen
Tanzes und seiner professionellen Akteure vertreten. Zugleich beschlossen
die Mitglieder eine Öffnung hinzu weiteren Initiativen, Verbänden
und Institutionen des Tanzes. Die kulturpolitischen Aufgaben für
den Tanzes in den nächsten Jahren im Blick soll eine breite
Basis in der Tanzszene die Auftritt und die Position des Verbandes
stärken. Persönlichkeiten des Tanzes sollen dezidiert
für die Debatte und die Präsentation des Verbandes gewonnen
werden.
SK Tanz beim Tanzpreis in Essen ...und Hamburg ...und
Vorstand tagt am 22. März; Mitgliederversammlung am 04. Nov.
vor dem Tanzkongress in Hamburg
Michael Freundt | 27.02.2009
Der Vorstand der SK Tanz stellt die Weichen für das Arbeitsjahr
2009. Im Zentrum der Tagung in Essen stehen die Vorbereitungen für
den Tanzkongress im November mit den Schwerpunkten: Workshop zu
Förderstrukturen im Tanz und die Vision eines temporären
Transitionszentrums für Beratung, Planung der künstlerischen
Karriere und soziale Sicherheit in der Zukunft.
Weiterhin werden die zukünftige Mitgliederstruktur, Informations-
und Öffentlichkeitsarbeit sowie die geplante Studie zu Zugangsvoraussetzungen
in der tanzpädagogischen Arbeit diskutiert.
Im Rahmen der Vorstandssitzung wird auch Adolphe Binder, Co-Geschäftsführerin
der SK Tanz verabschiedet. In Zukunft wird sich Adolphe Binder noch
stärker ihrem eigenen Unternehmen widmen und kann die ehrenamtliche
Koordination der SK Tanz nicht länger leisten.
Weitere Treffen im Verlauf dieses Jahres - auf Vorstandsebene und
im Rahmen von Meetings aller Mitglieder - sind in Vorbereitung.
Fest steht: am 04. November 2009 wird die Mitgliederversammlung
in Hamburg unmittelbar vor dem Tanzkongress stattfinden.
Jahresbrief 2008 / 2009 der Ständigen Konferenz Tanz (SKTanz)
Rückblick - Ausblick
Michael Freundt | 04.01.2009
Die Ständige Konferenz Tanz (SK Tanz) geht in das dritte Jahr
ihrer Arbeit als offizielle, bundesweite Plattform des künstlerischen
Tanzes in Deutschland. Gegründet aus dem Bewusstsein der Akteure,
dass der Tanz in der politischen Landschaft der Bundesrepublik mit
einer Stimme sprechen muss, funktioniert die SK Tanz heute als Verbund
der herausragenden Verbände und Institutionen für den
Tanz – übergreifend über ästhetische Differenzen,
unterschiedliche Produktionsweisen und spezifische Berufsfelder
im Tanz.
Mit einer Stimme haben die Tanzverbände durch die SK Tanz
gesprochen, als es 2008 / 2009 um die Sicherheit für das Tanzarchiv
Leipzig und das Deutsche Tanzfilminstitut in Bremen ging –
mit Erfolg.
Die Gründung der SK Tanz hat dem konstruktiven Dialog der
Tanzverbände eine stabile Basis gegeben. Als eingetragener,
gemeinnütziger Verein ist diese Basis heute der Ausgangspunkt
für Initiativen, Projekte und öffentliche Debatten –
für den künstlerischen Tanz und seine Akteure.
Dabei hat die SK Tanz natürlich den Tanzplan Deutschland der
Kulturstiftung des Bundes (2005-2010) im Blick, kooperiert und kommuniziert
mit dem Tanzplan Deutschland, sondiert die Arbeitsfelder und „weißen
Flecken“ und konzentriert sich derzeit vor allem auf die soziale
Situation der Akteure im Tanz.
In diesem Sinne hat sie nicht nur die Arbeit der Enquete-Kommission
„Kultur in Deutschland“ begleitet, sondern treibt eine
der ersten Umsetzungsinitiativen zu den Handlungsempfehlungen der
Enquete-Kommission voran: die Gründungsinitiative für
ein Transition Zentrum Tanz in Deutschland (TZTD). Nach der umfassenden
Studie, welche die Notwendigkeit einer spezifischen Begleitung der
Tänzerkarrieren auch in Deutschland belegt, sind weitere Schritte
gefolgt - heute sind bundesweit Institutionen in nächste Schritte
zur Realisierung eines TZTD einbezogen.
Im zurückliegenden Jahr hat die SK Tanz begonnen, Qualitätsstandards
in der tanzpädagogischen Arbeit zu diskutieren und mit der
Kompetenz der Mitgliedsverbände ein klareres, aber auch differenzierteres
Bild zu erarbeiten, das den Anforderungen an eine zeitgemäße
künstlerische Ausbildung im Tanz entspricht – vom vorschulischen
Unterricht bis zur Ausbildung an Hochschule und Universität.
Der übergreifende Dialog, die konzertierte Aktion für
die Archive, die Projektinitiative für ein Transition Zentrum
Tanz in Deutschland und die Arbeit für Qualitätsstandards
in der Tanzpädagogik sind vier Beispiele für die Arbeitsweisen
der SK Tanz. Sie sind gerichtet auf die gemeinsamen Interessen der
Tanzszene und orientiert an der Besonderheit der Kunstform. Ein
durchaus langwieriger, komplizierter Prozess, den die SK Tanz mit
der Teilhabe der Akteure im Tanz verwirklichen will.
Stützen kann sich das Netzwerk auf die kontinuierliche Mitwirkung
der Mitgliedsverbände und -institutionen, die durch ihre Beiträge
auch die materielle Basis schaffen, sowie die Förderung von
Projekten durch Fonds Darstellende Künste und Tanzplan Deutschland.
Im kommenden Jahr wird die SK Tanz ihre Arbeit intensiver kommunizieren,
kulturpolitische Debatten aufgreifen und stärker in den Dialog
mit einzelnen Akteuren treten. Diese Aufgabe stellt sich mit Blick
auf den Tanzkongress im November 2009, die kommenden Jahre und die
Tanzförderung der Zukunft.
Wir danken allen, die unsere Arbeit unterstützen und allen,
die mit kritischem Blick unsere Initiativen begleiten und den Dialog
aufgreifen.
Im Namen der Ständigen Konferenz Tanz e.V.
Der Mitgliederversammlung, des Vorstands und der Geschäftsstelle
Michael Freundt (Geschäftsführung)
Januar 2009
SK Tanz vertieft Debatte zu Qualitätskriterien und Zujgangsvoraussetzungen
für die Arbeit von Tanzpädagogen
Bertram Müller zum Vorstandsmitglied gewählt
Michael Freundt | 05.11.2008
Auf ihrem Treffen am 1. November in der Deutschen Oper Berlin haben
die Mitgliedsverbände der SK Tanz ihre bisherigen Arbeitsfelder
weiter vertieft. Insbesondere die Diskussion zu Qualitätskriterien
und Zugangsvoraussetzungen für die Arbeit von Ballett- und
Tanzpädagogen, differenziert nach den verschiedenen Arbeitsfeldern
- von der vorschulischen Arbeit mit Kindern, bis zur Hochschulausbildung
- wurde weiter präzisiert. In einem nächsten Schritt soll
eine weitgehende Recherche zu bestehenden Zugangsvoraussetzungen
und zu notwendigen, neu zu etablierenden Zertifizierungen durchgeführt
werden. Weitere Diskussionspunkte war die Themen, welche die SK
Tanz in den Tanzkongress 2009 einbringen will sowie die Arbeitsperspektive
in den nächsten Jahren. Nachdem Walter Heun - aufgrund seiner
neuen Aufgaben am TanzQuartier Wien - aus dem Vorstand ausgeschieden
ist, wählten die Mitglieder der SK Tanz Bertram Müller
(Künstlerischer Leiter der tanzhaus nrw) als neues Vostandsmitglied.
SK Tanz protestiert gegen Überlegungen, die KSK abzuschaffen
Studie zur Lage der professionellen Tanz- und Theaterschaffenden
wichtiger denn je
11.09.2008
Mit einer am 09. September verbreiteten Eilmeldung alarmiert der
Deutsche Kulturrat die Künstler, ihre Verbände und Netzwerke.
In einer am Vortag beschlossenen Empfehlung von Ausschüssen
des Bundesrates heißt es „Der Bundesrat fordert, dass
die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich
reformiert wird.“ Eine Abstimmung hierzu steht bereits auf
der Tagesordnung der Bundesratssitzung vom 19. September. Wenig
Zeit bleibt also, um die Künstler zu aktivieren, denn zweifellos
wird die Künstlersozialversicherung als eine der wesentlichen
sozialen Errungenschaften, welche in den prekären Arbeitsverhältnissen
vieler Künstler und Publizisten wenigstens Krankenversicherung
und geringe Rentenbeiträge ermöglicht, vehement verteidigt.
Die Ständige Konferenz Tanz schließt sich dem vielfachen
Protest der Künstler an. Zeitgenössischer Tanz wird heute
in international, vielfach in freien und flexiblen Produktionsformen
produziert. Auch feste Kompanien schöpfen aus der Ressource
selbständiger Künstler. Tanz lebt von der kreativen Freiheit
der Künstler - und die gesamte Gesellschaft profitiert von
der Vielfalt der Formen und Impulse. Diese Freiheit aber wird gestützt
durch ein einzigartiges Instrument und eine bedeutende soziale Errungenschaft
dieses Landes - die Künstlersozialversicherung.
Auch wenn heute die Initiative im Bundesrat als "Missverständnis
auf Arbeitsebene" abgetan wird, sie reiht sich ein in eine
Reihe bedrohlicher, immer wieder kehrender Vorstöße von
Seiten der Wirtschaft und der Politik, die KSK infrage zu stellen.
Die Verbände und Institutionen des Tanzes in Deutschland werden
jedoch aufmerksam die Entwicklung verfolgen und gemeinsam mit den
anderen Kulturverbänden die sozialen Errfungenschaften der
Künstlersozialversicherung verteidigen.
Die SK Tanz gehört zu den Kooperationspartnern, die mit dem
Fonds Darstellende Künste die „Studie zur Lage von professionellen
Theater- und Tanzschaffenden“ vorantreiben. Ganz aktuell zeigt
sich also die Notwendigkeit dieser Studie. Gemeinsam die Lage der
Künstler darzustellen und für eine zukunftssichere soziale
Absicherung zu kämpfen - das ist auch Ziel der SK Tanz. Daher
aktiviert sie ihre Verbindung, um die hohe Ressonanz der Studie
bei den Künstlern weiter zu steigern und möglichst vielen
Akteuren zur Teilnahme zu verhelfen.
Der Fragebogen findet sich online unter www.fonds-daku.de
 Staatsballett
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